Barschangeln mit der UL-Rute

Die Jagd auf Raubfisch ist populärer denn je. Ob Klassiker – mit der „Hechtrute“, Barschangelei oder Angeln auf Zielfische wie Zander oder Rapfen – meist ist der Adrenalinkick vorprogrammiert. Wir haben mit der Elbe ein fischreiches, aber auch sehr anspruchsvolles Fischrevier vor der Haustür. Unterschiedliche Angelmethoden zu unterschiedlichen Tageszeiten machen die Raubfischangelei sehr vielseitig!

Bin mal "schnell" Angeln!

Insbesondere die Spinnfischerei eignet sich hervorragend für kurzfristige und kurzweilige Angelei. Wir sind oft „nur mal schnell“ 1-2 Stunden vor bzw. nach der Arbeit am Gewässer und machen einfach nur Strecke. In diesem kleinen Beitrag wollen wir Euch unser Equipment und die wichtigsten Angelmethoden auf Raubfisch vorstellen. Nicht eingehen werden wir auf die Angelei auf Wels und Aal, da diese zu speziell ist. Wobei ein Fang von Wels mit den vorgestellten Methoden durchaus möglich ist. Hauptzielfische sind für uns allerdings Barsch, Zander, Hecht und Rapfen. Der Raubfischbestand der Elbe hat sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt. Wir denken, dass es an den Schwarzmundgrundeln liegt, die die Elbe in den letzten Jahren invasionshaft besiedelt haben. Wir haben in 2019 / 2020 keine Barsche mehr unter 30 Zentimeter gefangen. Das ist ein gutes Zeichen!

Ultraleichtes Spinnfischen

Barsch an der UL Rute

Wir angeln über den Tag meist mit ultraleichten Gerät. Dabei beißen nicht unbedingt immer die größten Fische, aber dank der feinen Ausrüstung haben wir beim Angeln der „kleineren“ Fische jede Menge Spaß. Immerhin haben wir da überhaupt was an der Leine. Bei der Zusammenstellung des Gerätes sollte man dazu unbedingt auf professionelle Ausrüstung achten. Durch das sehr leichte Material und die dünnen Schnüre ist jeder Knoten und jeder Snap wichtig. Es darf im Drill keine Schwachstelle geben, da wir besonders mit der UL-Methode auch kapitale Fische gefangen haben bzw. fangen werden. Durch den hohen Angeldruck an allen Dresdner Gewässern ist die UL-Methode  die wohl erfolgversprechendste Methode.

Grundlage bildet die Rute, in unseren Fall eine 2,00 bis 2,30 Meter lange Dropshot-Rute mit einem Wurfgewicht von 0,5 bis 12 Gramm. In ruhigeren Gewässern (stehend, Kanälen, Hafen) kann hier auch noch feiner geangelt werden. Wir nutzen Ruten, die auch 10 Gramm Wurfgewicht vertragen, da die Elbe etwas rustikaler ist.

Durch die Verwendung von hochwertiger Kohlefaser ist es heutzutage möglich, schlanke und leichte Ruten mit einem niedrigen Wurfgewicht herzustellen. Diese sollten eine schnelle Spitzenaktion haben, sodass der Anhieb bei einem Biss möglichst zügig übertragen wird. Im Drill sollte die Kraft gut in Richtung Handteil weitergegeben werden, ohne dass die Rute dabei komplett durchbiegt. Bei der Auswahl der Rute darf man sich unbedingt Zeit nehmen. Denn sie muss perfekt in der Hand sitzen und das Angeln muss damit Spaß machen.

Die Wahl einer passenden Rolle ist wesentlich einfacher. Abhängig von der Marke greift man zu kleinen 1000er, 1500er oder 2000er Modellen.

Geflochtene Schnur ist Pflicht!

Die beste Kombination aus Rute und Rolle nützt nichts, wenn man die falsche Schnur benutzt. Durch das niedrige Wurfgewicht des Köders muss man den geringeren Widerstand beim Werfen sowie die Windempfindlichkeit und Geschmeidigkeit der Schnur beachten. Für die Elbe empfehlen wir eine geflochtene Schnur zwischen 0,08 und 0,10 Millimeter. Das Problem bei dieser Angabe ist, wie bei Rolle und Rute, dass die Herstellerangaben nicht genormt sind und variieren. Ein Abgleich mit der Tragkraft ist daher dringend zu empfehlen. Diese sollte bei der geflochtenen Hauptschnur zwischen 4 und 6 Kilogramm liegen. Eine qualitativ hochwertig geflochtene Angelschnur erkennst Du daran, dass sie rund geflochten ist. Tipp: Nimm die Schnur zwischen Daumen und Zeigefinger und rolle sie etwas hin und her! Das Geflecht sollte sich beim Abtasten nicht platt anfühlen und bei einer Stauchung nicht in einzelne Fäden zerfallen. Dann hast Du in der Regel eine gute Schnur zum UL-Angeln in der Hand. Je kleiner der Köder, desto dünner die Schnur!

Rapfen mit der UL-Rute an der ElbeDarüber hinaus sollte die Schnur eine gut sichtbare Farbe haben, um den Lauf des Köders in allen Situationen verfolgen zu können. Da man mit sehr leichten Gewichten angelt, kann man die Bisse eher über die Schnur erkennen,  als dass man sie in der Rute spürt.

Da geflochtene Schnur vor allem in geringer Stärke recht anfällig und zudem auch unter Wasser nicht gut sichtbar ist, sollte man immer ein Fluorocarbon-Vorfach mit einer Stärke zwischen 0,14 und 0,20 Millimeter verwenden. Mit einem Albright-Knoten kann man beide Schnüre sicher und nahezu unsichtbar verbinden. Die Länge des Vorfaches sollte mindestens 1 Meter betragen. Wenn wir in Häfen oder ruhigen Gewässerabschnitten angeln, verwenden wir immer ein Titanvorfach, um auch einem Hechtbiss standzuhalten. Wir konnten an den UL-Ruten schon Hechte um die 75 Zentimeter problemlos landen, wenn auch mit einem längeren Drill.

Die Grundlagen sind nun klar, aber wie gehen wir am Wasser vor? Im Prinzip eignen sich alle Techniken für das ultraleichte Angeln. Der Unterschied ist nur, dass alles drei- bis fünfmal leichter ist als sonst. Man verwendet keine Bleiköpfe von 15 Gramm, sondern eher Köpfe von etwa 1 bis 6 Gramm. Neben zahlreichen Kleinteilen zum Binden der Montagen braucht es natürlich noch ein paar Köder.

Köderbox mit GummifischenDa wir beim UL-Angeln mobil unterwegs sind, nehmen wir nur eine kleine Tasche und eine kleine Auswahl an Ködern mit. Dabei gibt es einige Köder, die wir immer dabei haben. Zum einen sind das 4 bis 10 Zentimeter lange Gummifische mit Schaufelschwanz, Oberflächenwobbler und natürlich kleine Twister bis 10 Zentimeter in unterschiedlichen Farben. Überwiegend angeln wir mit Chebu-System, so dass wir hier schnell das Bleigewicht tauschen können und damit die Angeltiefe beeinflussen können. Je nach Strömung muss der Köder den Boden erreichen können. Mit wenig Gepäck, leichtem Gerät und kleinen Ködern ist man beim UL-Angeln sehr flexibel.

Der Inhalt unserer Köderbox ist zudem abhängig von der Jahreszeit. Im Sommer ist sie mit kleinen Wobblern gefüllt, schwimmend und sinkend, für die Elbe flach laufend. Bei hohen Temperaturen halten sich die Fische oft in den oberen Wasserschichten auf. Dann stürzen sie sich gern auf schnell geführte Wobbler. Im Winter, wenn die Fische deutlich passiver sind, nehmen wir lieber No-Action-Shads mit. Diese Gummis besitzen keinen Schaufel- oder Twisterschwanz, dafür aber einen Gabelschwanz oder einen sogenannten Pintail.

Beim einfachen UL-Angeln kommen prinzipiell dieselben Köder zum Einsatz wie beim „normalen“ Spinnfischen, nur dass  alles deutlich leichter ist.

Die ultraleichte Methode bietet ein gesteigertes Drillvergnügen. Es gibt die Möglichkeit, einen Kunstköder so natürlich wie möglich zu präsentieren und damit auch scheueste Fische zu fangen. Denn um einen Köder auf äußerst natürliche Art und Weise zu führen, muss man so leicht wie irgend möglich fischen. Dass der anschließende Drill eines kapitaleren Burschen dann noch spektakulärer ist, stellt natürlich einen netter Nebeneffekt dar.

„Classic Methode“

Elbehecht an der SpinnangelFür die klassische Spinnangelei werden schon etwas „gröbere“ Systeme eingesetzt. Bitte verzeih die Begriffe, es ist aber wichtig, dass der Unterschied zum UL-Angeln verstanden wird. Insbesondere in der Dämmerung am Morgen oder Abend setzen wir die kräftigeren Ruten ein, da in dieser Zeit auch die großen Räuber unterwegs sind.

Wir verwenden für die Uferangelei relativ kurze Ruten zwischen 2,10 und 2,40 Meter. Wir entscheiden uns bewusst für die kurzen Angeln, da wir ufernah und auch unter Bäumen sowie aus der Deckung angeln. Das geht mit kurzen Ruten besonders gut. Was wir nicht nehmen, sind Ruten mit geringer Spitzenaktion, da auch bei der Classic Methode unsere Hauptzielfische Barsch und Zander sind. Das Wurfgewicht der Angeln liegt bei 8 bis max. 40 Gramm. Wichtig ist, dass auch Wurfgewichte unter 10 Gramm möglich sind, damit auch kleine Wobbler richtig geführt werden können. Die „gröberen“ Angeln nutzen wir gezielt auf Großfisch und in der Dunkelheit. Bei den Rollen kann die Wahl auf etwas kräftigere Exemplare fallen. Hier setzen wir 2000er bis 3000er Stationärrollen ein. Wichtig sind eine gute Bremse und Übersetzung.

Gern angeln wir auch mit Baitcaster-Ruten, da man besonders in der Elbe und beim Angeln in der Nacht einige Vorteile gegenüber Stationärrollen hat. Bei den Baitcasterrollen verwenden wir 100er Modelle (Köder von 10 bis 50 Gramm). Sie sind in der Regel schneller als Stationärrollen (kleine Rollen mit 6,6-7,4er Ratio) und sehr gut bei Strömung auf der Jagd nach Rapfen und Großbarsch geeignet. Mit einer Baitcaster hast Du eine Präzisionswaffe zum Skipping oder Pitching. In unserem Angelkurs kannst Du das Angeln mit der Baitcasterrute /-rolle erlernen!

Für den Anfang jedoch ist die Stationärrolle die richtige Wahl, da hiermit weitere Würfe möglich sind und das Handling einfacher ist.

Auch hier angeln wir nur mit geflochtener Schnur. Einen direkteren Kontakt mit dem Köder als damit gibt es nicht! Die Schnur darf hier aber etwas „dicker“ sein. Wir verwenden bei der Classic-Methode Schüre ab 0,10 Millimeter (ca. 25lbs) mit einer Tragkraft von 10 bis 14 Kilogramm.

ElbzanderDa wir mit größeren Ködern angeln (10 Zentimeter und mehr) angeln wir ausschließlich mit Titanvorfach. Wir haben früher immer auf Stahlvorfach gesetzt, dabei aber oft feststellen müssen, dass nach 2 bis 3 Hechtbissen das Vorfach nicht mehr zu gebrauchen war. Auch wenn das Stahlvorfach nach dem Angelausflug nicht richtig verpackt wurde, haben uns Knicke im Stahl das Leben schwer gemacht und wir mussten häufig wechseln. Mit Titan hat man da mehr Freude. Meist reichen 2 bis 3 Vorfächer für eine komplette Saison. Die Größe des Vorfachs muss natürlich entsprechend der Hauptschnur gewählt werden. (Länge ca. 20 bis 30 Zentimeter, 20 bis 25lbs)

Zwischen Hauptschnur und Vorfach verwenden wir einen Hochleistungswirbel und einen Snap mit entsprechender Tragkraft. Bei den Snaps solltest Du auf kleine Modelle achten, so gibt es weniger Hänger im Kraut.

Angeln mit Spinnern an geflochtener Schnur

Hier kommt von den meisten Anglern ein „No-Go“, „geht gar nicht“ bis „nie wieder“. Das Problem ist der Schnurdrall, welcher beim Fischen mit Spinnern entsteht. Der Drall kommt aber auch auf einer monofilen Schnur zustande. Da macht sich der Drall durch Perückenbildung bemerkbar. Da wir nicht umbauen wollen, angeln wir dennoch mit Spinnern und geflochtener Schnur. Wir lösen das Problem durch den Einsatz unseres speziellen Spinnervorfachs (in unserem Webshop erhältlich). Dieses wird als Vorfach direkt zwischen Hauptschnur und Spinner geschalten. Durch professionellen Multiwirbel und Drallschutz wird die geflochtene Schnur geschützt. Wichtig ist der Einsatz von hochwertigen, gutlaufenden Spinnern und sehr guten Wirbeln. Zumal besonders beim Angeln mit geflochtener Schnur im Fluss ein besserer Köderkontakt möglich ist. Die UL-Angeln mit den dünnen Schnüren eignen sich hervorragend für die Angelei mit Spinnern. Speziell für die Suche nach Barsch ist ein kleiner Spinner "DAS" Mittel der Wahl.

Tipp: Im Fluss den Kunstköder immer gegen die Fließrichtung auswerfen und mit der Strömung führen. Die Fische stehen immer mit dem Kopf stromaufwärts, da so ihr Sichtfeld am größten ist.

Angeln mit der Köderfischmontage

Zander am KöderfischNeben den Spinnangeln mit den vorab benannten Systemen ist Angelei mit Köderfisch an der Grundangel oder Pose sehr erfolgversprechend. Wir angeln mit Grundeln (5  bis 10 Zentimeter), Rotaugen (10 Zentimeter) oder Lauben (9 bis 12 Zentimeter), die wir möglichst am Angeltag frisch stippen. Zielfische sind hier Zander, Barsch und Wels. Letztere sind mittlerweile auch in der Elbe in beträchtlicher Größe heimisch, so dass man durchaus Welse in der Größe 150+ fangen kann. Wichtig ist hier eine starke Rute. Wir verwenden dafür klassische Karpfenruten oder unsere Feeder-Ruten mit einer starken Rolle mit Freilauf. Die Montage ist ganz simpel. Einfach auf die Hauptschnur (auch diese ist bei uns geflochten, 30-35lbs) ein Laufblei montieren. Das Grundblei wird auf die Hauptschnur aufgezogen. Es muss frei laufen können, damit der Fisch beim Biss keinen Widerstand spürt und abziehen kann. Wie schwer das Blei gewählt werden sollte, hängt stark vom Gewässer und der Strömung ab. Hier gilt: je leichter, desto besser. Wir verwenden in der Elbe mindestens 20 Gramm, da wir ufernah direkt an der Strömungskante angeln. Im Strom könnten es dann durchaus 60 bis 100 Gramm werden. Durch die Hängergefahr direkt in der Strömung verwenden wir meist Tiroler-Hölzel 30 bis 70 Gramm. Das Tiroler-Hölzel wird wie ein Laufblei montiert. Wichtig ist ein Hochleistungswirbel zwischen Hauptschnur und Vorfach. Der Wirbel wird zwischen Laufblei und Vorfach platziert. Er verhindert Verdrehungen und lässt dich alternative Vorfächer wählen.

Tipp: Ziehe eine weiche Gummiperle vor dem Wirbel auf die Hauptschnur! Das schont die Schnur und beschädigt deinen Knoten nicht.

Eine monofile Schnur mit einem Durchmesser von 0,35 bis 0,40 Millimeter ist beim Raubfisch-Grundangeln im Fluss zu empfehlen. Das mag manch einem Angler zu viel erscheinen. Vor allem aber in Gewässern wie der Elbe, in dem Welse verstärkt auf Köderfischmontagen gefangen werden, ist eine Schnur mit hoher Tragkraft zu empfehlen. Das Vorfach sollte zwischen 50 und 120 Zentimetern lang sein, je nachdem wie grundnah der Fisch präsentiert werden soll. Wie beim Angeln mit Gummifisch kannst Du auch bei deiner Grundmontage Fluorocarbon als Vorfach verwenden. Eine “normale” monofile Schnur tut es aber auch. Nimm einen langschenkligen Haken in der Größe 1 oder 2 für die Montage des Köderfischers.

Unser Tipp: Großer Wurm-Haken oder Chebu-Haken aus unserer Chebu-Box.

Immer mehr Raubfischangler an den Gewässern

Eine aktuelle Studie belegt, fast 60% aller Angler bevorzugen den Einsatz von Spinnruten. Das heißt, dass der Angeldruck bei den Raubfischen höher ist, als bei den Friedfischen. Angeldruck erhöht auch die Ansprüche an den Angler, das ist klar. Aber es ist sicherlich falsch, wenn man annimmt, in seinem Gewässer keine Fische mehr zu haben, weil man lange nichts gefangen hat. Vielmehr lernen die Fische recht schnell, mit gängigen Methoden vorsichtig umzugehen und ihr Verhalten umzustellen. Der Angler ist gefordert und muss sich mit neuen Methoden, angepassten Angelzeiten und verfeinerten Montagen zum Erfolg arbeiten. Im Rahmen unserer Workshops geben wir Dir eine Menge Tipps und Tricks mit den auf den Weg, um künftig erfolgreicher am Gewässer zu sein.

 

Fishing Index

Anspruch: 5-6

Material: 5-6

Aufwand / Kosten: 5-6

Funfaktor: 6

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Die Jagd kann beginnen!

 

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